Nostradamus und seine
Prophezeiungen für 2012
Als ältestes von siebzehn Kindern im Jahr
1503 in Saint-Rémy-de-Provence, Frankreich, geboren, erlangte Michel de
Nostredame unter dem Namen Nostradamus mit den von ihm veröffentlichten
Prophezeiungen Weltruhm.
Der Sohn eines Kornhändlers und königlichen Notars erhielt schon früh
Unterricht in den alten Sprachen – Latein, Hebräisch und Griechisch –
sowie in Astrologie und Mathematik. Später studierte er in Avignon, das er
allerdings bald verlassen musste, um der Pest zu entgehen.
Zunächst als Apotheker beschäftigt, ging er im Jahr 1529 nach Montpellier,
um dort Medizin zu studieren und zu promovieren, was ihm aber verwehrt
wurde.
Anschließend ging er auf Wanderschaft, bis er von dem Humanisten Scaliger
auf dessen Gut in Agen eingeladen wurde, wo er vier Jahre lebte und eine
vierzehnjährige Adlige ehelichte, Henriette D'Encausse, die zusammen mit
den beiden gemeinsamen Kindern von einer Seuche dahingerafft wurde.
Diverse Streitigkeiten und eine Vorladung vor die Inquisition wegen
ketzerischer Äußerungen, veranlassten den Katholiken Nostradamus, wieder
zu reisen. Er besuchte Deutschland, Italien, das Elsass und Lothringen,
bevor er sich in Salon, einer Stadt in Frankreich, niederließ, und ein
zweites Mal heiratete. Seine Frau, eine vermögende Witwe, schenkte ihm
drei Söhne und drei Töchter.
Seinen Lebensunterhalt bestritt Nostradamus in der Folgezeit aus dem
Vermögen seiner Frau und dem Erstellen von Horoskopen und Prophezeiungen.
Geschickte Beteiligungen an diversen wirtschaftlichen Unternehmungen
brachten ihm einen gewissen eigenen Wohlstand. Der König von Frankreich,
Heinrich II, und insbesondere seine Gattin, Katharina von Medici, die sich
sehr für Okkultismus interessierte, luden Nostradamus 1555 aufgrund seiner
Prophezeiungen an den königlichen Hof. Dort durfte er Horoskope für die
Königskinder anfertigen und wurde im Jahr 1564 zum Leibarzt des neuen
französischen Königs, Karl IX.
Zwei Jahre später, am 2. Juli 1566 verstarb Nostradamus im Alter von 62
Jahren an Nierenversagen, eine Folge seiner chronischen Gicht.
Bald nach seiner zweiten Hochzeit begann Nostradamus mit der Herausgabe
jährlicher Schriften. Darin veröffentlichte er ab 1555 bis zu seinem Tod
Prophezeiungen, die nicht in dem bisher gebräuchlichen Latein, sondern auf
Französisch und in Gedichtform geschrieben waren.
Seine Vorhersagen hielt er stets recht vage. Er verwendete gern Metaphern,
vermied konkrete Angaben zu Zeit und Ort und verwies stattdessen gern auf
astrologische Konstellationen. Dadurch sind seine Prophezeiungen auch
heute noch auf immer neue Weise auslegbar.
Gern verwendete er auch historische Texte, die er aus dem Lateinischen
übersetzte - ohne seine Quelle anzugeben - oder Kommentare anderer Autoren
zu biblischen Texten.
Auch der Zeitraum, auf den sich seine Prophezeiungen beziehen, ist
umstritten. Heute geht man davon aus, dass sie bis zum Ende des zweiten
Jahrtausends gelten sollen.
Nostradamus' Sohn Cesar deutete Jahre nach dem Tod des Vaters Verse aus
dessen erster Veröffentlichung (Vers 1,35) als erste eingetroffene
Prophezeiung. Hier wird der Tod Heinrichs II im Duell vorhergesagt. Zwar
stimmt der Wortlaut der Prophezeiung nur vage mit dem tatsächlichen
Hergang der Ereignisse überein – Heinrich starb an einer Verletzung über
dem Auge, nicht im Auge, die er sich im Rahmen eines Turniers zuzog, auch
die Beschreibung des Gegners ist einer Diskussion wert - dennoch beruht
Nostradamus Weltruhm zum großen Teil auf dieser Prophezeiung.
Dem Jahr 2012 misst Nostradamus in mehrfacher Hinsicht Bedeutung zu. Er
verweist auf den Jahrtausendwechsel, eine bestimmte stellare
Konstellation, außerdem auf die Sonnenfinsternis von 1999 sowie auf die
zwanzigjährige Herrschaft des Mondes – was heute auf den Islam und die
Machtübernahme Khomeinis im Jahr 1979 bezogen wird.
2012 wird eine kosmische Erschütterung stattfinden, und die Welt von einer
Klimakatastrophe heimgesucht werden - was durchaus als
Weltuntergangsszenario interpretiert werden kann. Aus diesen
Erschütterungen wird die Welt jedoch erneuert und in stabiler Form
hervorgehen.